{"id":199,"date":"2026-10-02T15:12:28","date_gmt":"2026-10-02T13:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/?p=199"},"modified":"2026-10-02T15:12:29","modified_gmt":"2026-10-02T13:12:29","slug":"all-in-und-zu-hoch-gepokert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/?p=199","title":{"rendered":"All in und zu hoch gepokert?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>All in und zu hoch gepokert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei unseren Fortbildungen sind wir auch immer mal mit kuriosen Gerichtsentscheidungen konfrontiert, bei denen man nicht wirklich damit rechnet, dass so ein Fall mal auf dem eigenen Schreibtisch landet. Aber dann passiert es eben doch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret ging es vor ein paar Jahren bei Fortbildungsveranstaltungen im Steuerrecht immer wieder um die Frage, wann ein Online-Pokerspieler sich noch im privaten Bereich aufh\u00e4lt und wann er mit dem Pokerspiel gewerbliche Gewinne einf\u00e4hrt. Dass wir so einen Fall beraten w\u00fcrden, h\u00e4tten wir kaum geglaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Normalerweise lautet das altbekannte Sprichwort Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Auf das Steuerrecht \u00fcbertragen hei\u00dft dies, dass man im privaten Bereich normalerweise keine Steuern bezahlen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das Finanzamt sieht das nicht genauso:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserer Kanzlei tauchte ein eloquenter junger Mann auf, der sich erst wenige Monate zuvor mit einer Beratungsfirma f\u00fcr Betriebswirtschaft selbst\u00e4ndig gemacht hatte. Nunmehr schrieb ihn das Finanzamt an und teilte den Verdacht mit, er w\u00fcrde noch nebenbei als professioneller Pokerspieler Geld verdienen und damit unter Umst\u00e4nden unvollst\u00e4ndige Angaben in der Einkommensteuererkl\u00e4rung gemacht haben. Man drohte auch schon die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wie kommt das Finanzamt an solche Informationen und wie kann es solche Vermutungen aufstellen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Regelfall bekommt das Finanzamt nicht nur Hinweise von unbeteiligten Dritten, sondern auch aus eigenen Betriebspr\u00fcfungen oder durch auskunftspflichtige Dritte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt f\u00fchrt also beispielsweise bei einem anderen Steuerpflichtigen (nennen wir ihn einfach den S) eine Betriebspr\u00fcfung durch und stellt dabei Sachverhalte fest, die f\u00fcr die Besteuerung eines Kunden (nennen wir ihn K) von Bedeutung sind. Dann fertigt das Finanzamt vom S eine sogenannte Kontrollmitteilung \u00fcber den Sachverhalt an und \u00fcbermittelt diese Kontrollmitteilung an das Finanzamt von K. Dort wird dann geschaut, ob dieser Sachverhalt in den bisherigen Steuererkl\u00e4rungen ber\u00fccksichtigt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die andere Variante ist die, dass das Finanzamt automatische Meldungen von bestimmten Unternehmen erh\u00e4lt und dann die \u00fcbermittelten Daten mit den eigenen Daten abgleicht. Das sind beispielsweise seit 2023 in Bezug auf Plattformen wie Airbnb Booking.com, Kleinanzeigen, Vinted oder Etsy.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei m\u00fcssen auch Ums\u00e4tze oder Gewinne, die man \u00fcber mehrere Jahre auf solchen Plattformen erzielt hat nicht zwingend der Einkommensteuer zu unterwerfen sein. Es kommt -wie so oft- auf den konkreten Einzelfall an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was passiert also? Das Finanzamt erh\u00e4lt Informationen \u00fcber m\u00f6glicherweise steuerpflichtige Sachverhalte. Dann f\u00e4ngt es an zu ermitteln und zu befragen. Und wenn man dann fr\u00f6hlich drauflos erz\u00e4hlt, dann endet das Ganze vielleicht in einem Strafverfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits ist es auch nicht sinnvoll diese Anfrage des Finanzamtes zu ignorieren. Denn das Finanzamt l\u00e4sst solch eine Sache einfach nicht fallen. Schlie\u00dflich ist das Finanzamt auch von Gesetzes wegen zur Ermittlung verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem solchen Fall ist das einzig richtige eine fachkundige Beratung und Vertretung. Wir haben den jungen, eloquenten Berater ausf\u00fchrlich beraten und den Sachverhalt f\u00fcr das Finanzamt aufbereitet. Im Fokus stand dabei vor allem, dass wir dem Finanzamt schl\u00fcssig darlegen konnten, dass trotz ein paar Gewinnen in mehreren Jahren damit noch nicht zwingend eine dauerhafte Einkommensquelle erschlossen wurde, sondern das Pokerspiel allein der Freizeitbesch\u00e4ftigung diente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich konnten wir f\u00fcr unseren Mandanten einen Erfolg erzielen und das Finanzamt ging dann auch von einer Freizeitbesch\u00e4ftigung aus. Dienst blieb also Dienst und Schnaps blieb Schnaps.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn auch Sie mit einer solchen Anfrage von Seiten der Finanzbeh\u00f6rden konfrontiert werden, stehen wir Ihnen gerne beratend und als Vertreter Ihrer Interessen beiseite. Insbesondere wenn das Finanzamt mit der Einleitung eines Strafverfahrens droht, sollte jede \u00c4u\u00dferung bedacht und bewusst formuliert werden. Melden Sie sich gerne bei uns. Wir erkl\u00e4ren Ihnen die notwendigen Fragen des Besteuerungsverfahrens oder eines Ermittlungsverfahrens und bereiten den Sachverhalt mit Ihnen gemeinsam auf. Wir zeigen Ihnen die M\u00f6glichkeiten, wie m\u00f6gliche Gewinne zul\u00e4ssig reduziert werden k\u00f6nnen und damit ggf. die Vermutung einer Gewerblichkeit vermieden wird. Setzen Sie nicht auf die falsche Karte!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>All in und zu hoch gepokert? Bei unseren Fortbildungen sind wir auch immer mal mit kuriosen Gerichtsentscheidungen konfrontiert, bei denen man nicht wirklich damit rechnet, dass so ein Fall mal auf dem eigenen Schreibtisch landet. Aber dann passiert es eben doch. Konkret ging es vor ein paar Jahren bei Fortbildungsveranstaltungen im Steuerrecht immer wieder um &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/?p=199\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-199","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/199","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=199"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/199\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":200,"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/199\/revisions\/200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=199"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=199"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kanzlei-scheiding.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}